Blutegel-Verfahren

Beschreibung des Verfahrens
Das Setzen von Blutegeln gehört ebenso zu den Ausleitungsverfahren über die Haut wie das Baunscheidtieren, das Setzen von Cantharidenpflaster, Schwitzkuren oder das blutige Schröpfen.

Die zur Therapie verwandten Blutegel werden heutzutage eigens gezüchtet und nicht etwa in der freien Natur gefangen. Somit kann eine Übertragung von Krankheitserregern oder eine Infektion mit Sicherheit ausgeschlossen werden.
An der zu behandelnden Hautstelle saugt sich der Blutegel fest. Er verbleibt an dieser Stelle mindestens dreißig Minuten und entnimmt in dieser Zeit ca. 10 ccm Blut. Gleichzeitig gibt er eine gerinnungshemmende und entzündungswidrige Substanz, das Hirudin, in die Bissstelle ab. Dieser Stoff ist dafür verantwortlich, dass die Bisswunde längere Zeit in der erwünschten Weise nachblutet.
Die Wunde wird wie bei den Cantharidenblasen lege artis versorgt.

Anwendungsgebiete
Venöse Stauungen mit Thromboseneigung, entzündliche Erkrankungen, Stauungszustände im kleinen Becken.

Die vorgenannten Anwendungsgebiete stellen kein Heilversprechen oder die Garantie einer Linderung oder Verbesserung aufgeführter Krankheitszustände oder Leiden dar.

Kombinationsmöglichkeiten
Grundsätzlich ist die Blutegelbehandlung mit allen anderen naturheilkundlichen Verfahren kombinierbar.

Geschichte
Bereits vor Jahrhunderten suchten die Menschen von Blutegeln bewohnte Bäche und Weiher auf mit der Absicht, sich selbst von den Tieren zu therapeutischen Zwecken beißen zu lassen. Diese Technik führte nicht zuletzt dazu, dass die Blutegelbehandlung Höhen und Tiefen durchwanderte und zeitweise sogar in Verruf geriet. Ansteckungen waren zwar relativ selten, dabei aber nicht auszuschließen.
Heutzutage werden nur noch Zuchttiere für die Therapie verwendet. Damit hält diese Therapie den strengen Anforderungen der Hygieneverordnung stand.

Abrechnung
Das Setzen von Blutegeln wird nach der Ziffer 27.1 des Gebührenverzeichnisses für Heilpraktiker abgerechnet. Je nach Aufwand wird die Wundversorgung nach den Ziffern 32 oder 33 abgerechnet.

© Dieter Grabow und Stefan Mair, www.ihre-heilpraktiker.de

 
 

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