Masern – ein Geschäft mit der Angst?

Aktuell sind es die Masern, mit denen die Angst geschürt wird. Seit 2001 sind Masern in Deutschland eine bereits im Verdachtsfall meldepflichtige Erkrankung – 2012 wurden 166, im Jahr 2011 insgesamt 1608 Masernfälle gemeldet.

Im Moment wird auf Grund der so genannten Masernepidemie in Berlin eine generelle Impfpflicht gefordert – wieder einmal. Für eine Untermauerung dieser Forderungen ist mir aber die Faktenlage zu dünn und in Interviews mit Jan Leidel, dem Vorsitzenden der STIKO (Ständige Impfkommission) und Wolfram Hartmann, dem Vorsitzenden der Kinderärzte in der Deutschen Ärztezeitung äußerten diese sich skeptisch über die Umsetzung. Lediglich Ulrich Montgomery, der Präsident des Ärzteverbandes trat für eine sofortige Impfpflicht ein. Montgomery sagte: Erst bei einer Durchimpfungsrate von 95 Prozent sei „das Risiko epidemischer Ausbrüche gleich Null.“

Glauben wir das? Nein, geglaubt wird am Sonntag in der Kirche.

Schauen wir uns doch einmal an, was tatsächlich passiert.

Zunächst einmal haben wir hier mit dem Begriff der Epidemie zu kämpfen. Gerade bei Masern ist auffällig, dass eine Erklärung für den Anfang der Infektionskette fehlt. Diese so genannten Epidemien treten nicht linear, sondern mal da und mal dort völlig aus dem Nichts auf. Also, wie steht es da mit der Theorie der gegenseitigen Ansteckung? Die dürfte wohl kaum haltbar sein.

Dann haben wir konkret den Sonderfall Berlin. 96,7 Prozent der Kinder in Deutschland hätten laut Darstellung der SZ eine Erstimpfung vor Schulbeginn und 92,4 Prozent die Zweitdosis erhalten, fast so viel wie nach WHO zur "Ausrottung" erforderlich wäre. Wie will man aber - angesichts der Flüchtlingszahlen aus Syrien, dem Irak und Afrika und der Zuwanderung aus den Balkanländern - diese Raten noch steigern?

Man könnte jetzt sagen, dass jedes an Masern erkrankte Kind eines zu viel ist – bedingt richtig, denn letztendlich kann es völlige Gesundheit nicht geben. Sicherlich aber ist jedes an Masern gestorbene Kind eines zu viel. Genau an diesem einen Todesfall hängt sich die mediale Impfforderungskampagne auf.
Was lange Zeit aber verschwiegen wurde:
Das in der Berliner Charité verstorbene Kind litt an einem schweren Herzfehler und hätte damit zum einen wahrscheinlich gar nicht geimpft werden dürfen und zum anderen war die Masernerkrankung vielleicht ein Mitverursacher des Todes, nicht aber der Auslöser.

Und für mich ist es ein bisschen merkwürdig, dass bereits vor zwei Jahren die Berliner Charité in die Schlagzeilen gekommen ist, weil dort ein Arzt ein Kind mit Masern angesteckt hatte. Bitte – das ist keine Verurteilung oder Unterstellung, aber ein „Gschmäckle“ bleibt.

Des Weiteren fehlt mir eine genaue Analyse der Fallzahlen. Es wird nämlich immer wieder behauptet, die Ungeimpften würden auf Kosten der Geimpften schmarotzen.
Das ist zunächst einmal eine bodenlose Unterstellung, die durch nichts belegt ist. Hier sollte einmal genau überprüft werden, wie viele der Erkrankten tatsächlich geimpft waren und wie viele nicht. Man hätte vor der Aufstellung wahnsinnig vieler journalistisch völlig unzureichender Behauptungen selbst in anspruchsvolleren Zeitungen wie der „Zeit“ zunächst einmal die wissenschaftlich relevanten Beobachtungen aus der Coburger Masernepidemie von 2001 durch die Ärzte für individuelle Impfentscheide in Herdecke heranziehen müssen – aber der Sensationsjournalismus mit einem echten Knaller auf der ersten Seite feiert eben heute wie seit jeher fröhliche Urständ!

In der Wirtschaftswoche 19/2006 äußerte sich Professor Kurth, damaliger Präsident des RKI auf die Behauptung der Impfgegner, dass Impfungen nicht vor Infektionen schützen, folgendermaßen: „Richtig, aber sie schützen vor Krankheitsausbruch oder mildern die Symptome“. Also, wie ist das jetzt mit dem Schmarotzen, wenn Geimpfte wohl an einer Infektion erkranken können aber durch fehlende Symptome nicht als solche erkennbar sind?

Interessant auch ein Beitrag auf Epoch Times online, die einen Leserbrief des Münchner Kinderarztes Dr. Steffen Rabe aufgreift. Dr. Rabe stellt in diesem Leserbrief einige „vergessene“ Fakten klar und äußert sich folgendermaßen: „In den Jahren 2010 bis 2013 wurden in Europa etwa 86.000 Masernfälle gemeldet (und die gehen nicht überwiegend zu Lasten der gescholtenen „impfmüden“ Deutschen), dabei gab es 39 Fälle von Hirnentzündung (Enzephalitis) und 33 Todesfälle. Mehr als die Hälfte der Todesfälle betrafen Roma in Bulgarien und Rumänien und ob deren Lebenssituation auch bezüglich der medizinischen Versorgung repräsentativ für europäische Verhältnisse ist, darf in Frage gestellt werden. Selbst wenn man diese Fälle jedoch berücksichtigt ergibt sich eine Sterblichkeit  der Masern von etwa 1 : 2600, ohne diese osteuropäische Epidemie von 1 : 4500.

Wie also die Süddeutsche Zeitung auf eine Todesfallhäufigkeit von 2 : 1000 kommt (SZ vom 23.2.2015) bleibt rätselhaft.

Fazit

Nichts in dieser ganzen Diskussion ist wirklich klar und es bleibt der Verdacht, dass zur Gewinnmaximierung auf Kosten der Gesamtheit ein Programm installiert werden soll, welches möglicherweise mehr schadet als nützt.
Hierzu zitiere ich wieder einmal die SZ:
In der Ausgabe Nr. 25 vom 31.1./1.2.2015 schildert Christina Berndt sehr anschaulich den Fall eines Menschen, der seit einer Impfung an einem Guillan-Barré-Syndrom leidet. Und letztendlich untermauert die „Welt“ in einem Artikel vom 5. März unter dem Titel „Gefährliche Ignoranz“ den Verdacht mit dem Hinweis, dass jährlich an Leishmaniasis, Chagas-Krankheit oder afrikanischer Trypanosomiasis etwa 110.000 Menschen sterben. Und die Zeitung schreibt in ihrem Titel, dass weltweit eine Milliarde Menschen an Krankheiten leiden (sog.
neglected diseases
), für die sich aus wirtschaftlichen Gründen die Pharmaindustrie nicht interessiert.

Auf einem Kongress an der Uni Münster widmete man sich daher bereits 2011 der Frage, in wie weit der Einsatz von Naturstoffen wohl der bessere Weg sei ………

Dieter Grabow

Quellen

 
 

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