Glyphosat und sein Einfluss auf das Nervensystem

Wissenschaftler der Arbeitsgruppe für klinische und experimentelle Neuroimmunologie um PD Dr. Mark Stettner haben sich an der Universitätsklinik Essen mit der Frage beschäftigt, in wie weit Glyphosat und dessen frei verkäufliche Verwandte einen schädigenden Einfluss auf das Nervensystem des Menschen haben können. Diese Frage wurde in der Vergangenheit nur wenig beleuchtet und die Frage, ob Glyphosat überhaupt schädlich für den menschlichen Organismus ist, kann auch heute – 40 Jahre nach Einführung des Produktes – noch immer nicht schlüssig beantwortet werden.

Bereits seit der Nachzulassung von Glyphosat als Herbizid wird immer wieder die Frage nach der Toxizität des Produktes diskutiert. In’s Gerede gekommen sind in diesem Zug auch die teilweise nicht deklarierten Zusatz- oder Hilfsstoffe, die dem Mittel beigemischt werden.
Die Wissenschaftler entdeckten, dass die Schwann’schen Zellen und die Nervenzellen, die in einer Zellkultur angelegt wurden, sehr wohl empfindlich auf das eingebrachte Herbizid reagieren. Bei den Schwann’schen Zellen handelt es sich um spezielle Formen einer Gliazelle. Sie bilden eine Hülle um die Nervenfasern, die als Myelinschicht bezeichnet wird. Diese Hülle ist für das Überleben und die einwandfreie Funktion der Nerven mitverantwortlich. Sie isolieren die Nervenzelle elektrisch.
Schwann’sche Zellen, die mit einem glyphosathaltigen Herbizid behandelt wurden, zeigten einen Abbau der Myelinschicht. Des Weiteren verhinderte das Herbizid auch, dass diese Myelinschicht neu gebildet wird. Damit wurde durch das zugeführte Herbizid die myelinbildende Schwann’sche Zelle zu einer entzündlich-aktivierten Schwannzelle umprogrammiert. Zellen, die mit reinem Glyphosat behandelt wurden, zeigten eine nicht so starke Schädigung.
Der Biologe Dr. Fabian Szepanowski führte zu den Studienergebnissen aus, „dass nicht benannte Inhaltsstoffe in glyphosat-basierten Pflanzenschutzmitteln den schädigenden Einfluss auf das Myelin als Ursache haben. Das Glyphosat selbst spielt möglicherweise nur eine untergeordnete Rolle.“

Die Wissenschaftler fassen ihre Studie, die in der Fachzeitschrift Acta Neuropathologica veröffentlicht wurde, so zusammen:
Die Ergebnisse können nicht unmittelbar auf den Menschen übertragen werden, aber es besteht zumindest die Möglichkeit, dass der dauerhafte Kontakt von Menschen mit dem Herbizid Roundup zu Schädigungen des Nervensystems und zur Begünstigung peripherer Nervenerkrankungen führen kann.

Was natürlich alles in allem ein Hinweis ist. Nicht beantwortet wurde durch die Studie die Frage, in wie weit der Verzehr von Nahrungsmitteln, die mit glyphosathaltigen Herbiziden behandelt wurden, dauerhaft den Menschen und insbesondere dessen Nervensystem schädigt.


Dieter Grabow

Quellen:
Szepanowski, F., Szepanowski, LP., Mausberg, A.K. et al. Acta Neuropathol (2018) 136: 979. https://doi.org/10.1007/s00401-018-1938-4

 
 

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