Gesundheit 2015 in Deutschland

Auf einer gerade herausgekommenen Broschüre hat sich das Robert-Koch-Institut gemeinsam mit dem Statistischen Bundesamt auf 500 Seiten mit der Gesundheit in Deutschland im Jahre 2015 befasst. Sicherlich ist manches in diesem Bericht sehr langatmig und nicht leicht zu lesen, aber einige Grafiken sind doch interessant. Und auch die Kommentare im Text lassen einen manchmal schmunzeln. So führen die Autoren den Rückgang des Prostatakrebses in der altersstandardisierten Erkrankungsrate und die gleichzeitig statistisch zu beobachtende Zunahme der Krebsfälle insgesamt auf den Einsatz des PSA-Wertes zurück. Die Autoren schreiben aber auch: „Der Nutzen eines PSA-Screenings ist allerdings umstritten, weil es zu Überdiagnosen und unnötigen Behandlungen führen kann. Ein Teil der so entdeckten Tumoren wäre, gerade bei älteren Patienten, wahrscheinlich klinisch nie relevant geworden.“

Ganz allgemein zeigt die auf Seite 55 ff. veröffentlichte Statistik eine erkennbare Veränderung bei den verschiedenen Krebsarten. In einigen Bereichen wird von einem Rückgang berichtet, andere Krebsarten nehmen zu. Die Autoren verknüpfen diese Entwicklung natürlich auch mit der Zunahme der Gesamtlebenszeit. (Siehe auch Mammographieartikel:…………….)

Eine erstaunliche Entdeckung habe ich allerdings auch gemacht. In Deutschland ging nach den veröffentlichten Statistiken sowohl die Gesamtzahl der Erkrankungen an Darmkrebs leicht zurück, bei der altersstandardisierten Auswertung zeigte sich bei den Frauen ein Rückgang um 14,9%, bei Männern um 12,7%. Das ist zwar im Prinzip schön, steht aber in krassem Gegensatz zu den vor kurzem veröffentlichten Panikmache der Weltgesundheitsorganisation. Dort wurde nämlich vor dem Verzehr von Fleisch und verarbeitetem Fleisch wegen des ansteigenden Risikos für Darmkrebs gewarnt. (siehe auch: Jetzt geht es um die Wurst)

Die Gesamtkrebszahlen stiegen im Vergleich zu 2001 bei Frauen um 11,6%, bei Männern um 19.5%. Das kann also keinesfalls eine Entwarnung sein, auch wenn die altersstandardisierte Erkrankungsrate beim Krebs insgesamt bei Männern leicht rückläufig ist.

Ansonsten berichtet die Broschüre von einer bekannten >Zunahme von Wohlstandserkrankungen wie Diabetes und Fettleibigkeit, stellt nebenbei fest, dass die Zahl der Erkrankungen von Muskel- und Skelettsystem steigt – vor allem auch mit zunehmenden Alter – verzeichnet bei 26% der jungen Menschen Asthma, Neurodermitis und Heuschnupfen und beklagt eine zunehmende Antibiotikaresistenz. Als Erfolg wird unter anderem eine Verbesserung der Zahngesundheit verbucht, aber kleinlaut festgestellt, dass dieser Erfolg wahrscheinlich auch auf eine Verbesserung der Zahnhygiene zurückzuführen ist.

Fatal ist die Feststellung, dass bereits 10% der Gesamtbevölkerung psychisch erkrankt sind und die Zahl der Krankschreibungen und Frühberentungen wegen psychischer und nervlicher Ursachen ansteigt. Das bedeutet aber nicht, dass die Zahl der psychisch erkrankten ansteigt – sagt zumindest der Bericht.

Unter der Rubrik Wohnen und Umwelt berichtet das Blatt lapidar: Mit Ausnahme der UV-Strahlung der Sonne ist die Bevölkerung keiner signifikanten Strahlenbelastung ausgesetzt. Ein Schelm, der sich bei dieser Aussage etwas anderes denkt….

Neben verschiedenen Evaluationen von Betreuung und Vorsorge stellt die Studie fest, dass die Ausgaben für das Gesundheitswesen steigen, dieses aber effizienter arbeitet.

Ebenfalls wird berichtet, dass bei der gleichzeitigen Einnahme von 5 und mehr Medikamenten die Zahl der unerwünschten Nebenwirkungen deutlich steige.

Zum Schluss wird noch festgestellt, dass die Lebenserwartung in Deutschland im Vergleich zu den anderen Ländern der EU etwas höher ist, allerdings die Europäer insgesamt mit ihrer Gesundheit zufriedener sind als die Deutschen.

Insgesamt ist das sehr dürftig, was auf mehr als 500 Seiten berichtet wird. Heilpraktiker oder Naturheilkunde kommen in dem Bericht nicht vor.


Wer will, kann sich den gesamten Bericht selbst ansehen:

Dieter Grabow

 
 

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