Flüsse

Unsere Flüsse sollen Verkehrsadern sein und werden auch als Trinkwasserquelle genutzt. Was wir uns da einhandeln, hat Andreas Fath, Professor für Physikalische Chemie an der Hochschule Furtwangen, untersucht. Fath ist aber nicht nur Professor, sondern auch deutscher Meister im Freiwasserschwimmen. So stieg er 2014 in den Rhein und sammelte Proben von der Quelle bis zur Mündung. Und was er bei seinen Analysen herausgefunden hat, kann einem Angst machen.

Bereits im Tomasee in der Schweiz, der als Rheinquelle gilt, fand er erhebliche Mengen Kunststoffpartikel. Diese gelangen durch die Verbrennung in die Luft und werden mit den abschmelzenden Schneefeldern in die Flüsse transportiert.

Im Bodensee finden sich Spuren vom Blutdrucksenker Metoprolol und dem Schmerzmittel Diclofenac.

In Basel beklagt Fath, dass das Wasser schlecht schmeckt – nach Diesel. Gleichzeitig ist der Fluss trüb durch die von den Schiffsschrauben aufgewirbelten Sedimente.

In Karlsruhe berichtet Fath über besorgniserregende Mengen von Mikroplastik in Fischmägen.

In St. Goar fanden sich Acesulfam und Sucralose als Vertreter für die Süßstoffe in Lightgetränken.

Weiter flussabwärts zeigen die Proben in Bonn das möglicherweise krebserregende Climbazol – das ist ein Mittel gegen Pilze und kommt in Antischuppenshampoos vor.

In Köln erreichen die Konzentrationen von Diclofenac und Metoprolol Spitzenwerte.

In Düsseldorf finden sich im Rheinwasser perfluorierte Tenside aus der Textilherstellung. Diese Substanzen sind ebenfalls möglicherweise krebserregend und nicht abbaubar.

An der Lippemündung fand Fath hohe Konzentrationen von Kontrastmitteln aus MRT-Untersuchungen. Fath stellt fest, dass auf diese Weise fünf Tonnen Kontrastmittel über den Rhein in die Nordsee gelangen.

In Wesel finden sich neben den bekannten Medikamenten auch Korrosionsschutzmittel aus Spülmaschinentabs und Frostschutzmitteln.

Das sind nur einige Stationen, über die die ZEIT berichtete.

Fath weist mit seinen Untersuchungen klar nach, dass die Leistung von Kläranlagen bei weitem nicht ausreicht, um die heute eingetragenen Medikamente und Gifte wirkungsvoll zu eliminieren. Ähnliches hört man von den Fischern, die wegen hoher Konzentrationen an Medikamenten zur Empfängnisverhütung nur noch Zwitter aus den Flüssen holen. Und andere Substanzen wie Kokain werden auch in Flüssen nachgewiesen, wie man hört.

Dieter Grabow


Quellen:



 
 

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