Das Epstein-Barr-Virus und die Onkologie

Das Helmholtz Zentrum in München veröffentlichte schon vor einiger Zeit das Ergebnis einer Forschung, die an Münchner Kliniken durchgeführt wurde und für die ein Team um Stefanie Linnerbauer, Dr. Josef Mautner und Prof. Dr. Uta Behrens verantwortlich zeichnet.
Heutiger Kenntnisstand ist, dass manche Menschen eine Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus erleiden, die in vielen Fällen zwar symptomlos verläuft, in deren weiterem Verlauf sich jedoch ein sogenannter EBV assoziierter Tumor entwickelt. Hiervon betroffen sind in erster Linie Menschen mit einem geschwächten Immunsystem, zum Beispiel nach einer Transplantationstherapie.

Die Wissenschaftler wiesen in ihren Studien im Tierversuch nach, dass Untergruppen von T-Zellen das Tumorwachstum unterschiedlich beeinflussen, aber durchaus auch hemmen können. Unter den T-Zellen, die viruseigene Strukturen erkannten, gab es einige, die das Tumorwachstum behinderten, aber leider auch einige, die dieses Wachstum förderten. In aktuellen Untersuchungen soll nun herausgefunden werden, wie sich tumorhemmende und tumorfördernde Zellen unterscheiden. Prof. Dr. Behrens sagte hierzu: “Die Funktion der T-Zellen in der Abwehr EBV assoziierter Tumoren ist äußerst komplex und bislang noch nicht komplett verstanden. Unsere Ergebnisse zeigen jedoch, dass bestimmte Eigenschaften der T-Zellen entscheidend für die Abwehrreaktion sind. Hier wollen wir ansetzen, um die T-Zell basierten Immuntherapien zu verbessern und auch Impfstoffe zu entwickeln.“
Auffällig ist, dass die T-Zellen, die effizient an der Tumorabwehr beteiligt waren, ursprünglich gegen körpereigene Strukturen gerichtet sind, bei denen es sich also im weitesten Sinn um Autoantigene handelt. Sie stammen vermutlich von zellulären Proteinen ab, die erst nach einer Infektion durch Viren oder einer Entartung von Zellen gebildet wurden.

Was für Konsequenzen hat dieses Forschungsergebnis für die tägliche Arbeit des Heilpraktikers? Nun, zunächst lernen wir daraus, dass EBV-Infektionen nicht so harmlos sind, wie uns immer erzählt wird. Wie oft erfahren wir aus Blutuntersuchungen, dass ein Patient wohl irgendwann einmal eine Infektion mit einem EB-Virus hatte, aber derzeit kein Anzeichen für eine Reaktivierung besteht. Die Symptomatik, mit der dieser Patient in die Praxis kommt, spricht jedoch häufig eine andere Sprache.

Die weitere Lehre aus dieser Untersuchung ist, dass wir Heilpraktiker mit unseren Therapieansätzen ganz positiv aufgestellt sind. Die Eigenbluttherapie hat sich bei EBV-Infektionen akuter und chronischer Art bewährt und aus der Onkologie weiß man, dass diese Therapieform auch in der Begleitbehandlung von Krebserkrankungen durchaus positive Wirkungen zeigt. 


Dieter Grabow

 
 

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