Coffee to go or Coffee to leave?

Au wie, einen Beitrag gleich mit Anglizismen zu beginnen widerstrebt mir eigentlich, aber hier geht es einfach nicht anders. Anlass ist ein in der „Welt online“ veröffentlichter Artikel von Wiebke Hollersen über die verschiedenen Gifte in den Pappbechern, in denen das Heißgetränk gerne serviert wird.
Pardon, Pappbecher ist eben nicht ganz richtig – denn wäre es nur Pappe, dann würde der Kaffee bereits nach kürzester Zeit in den Stoff eingedrungen sein und diesen wahrscheinlich auch auflösen. Also muss der Becher mit Plastik beschichtet werden, um diese Auflösung zu verhindern.

Da wären wir beim Kernpunkt des Artikels. Die Autorin bat die Schweizer Umweltwissenschaftlerin Jane Muncke um eine Risikoeinschätzung. In ihrer im „Journal of Epidemiology and Community Health“ veröffentlichten Studie kommt Muncke zu dem Schluss, dass hunderte verschiedener Chemikalien in Nahrungsmittelverpackungen ins Essen gelangen und bei langfristigem Konsum gesundheitliche Schäden verursachen können. Besonders Plastikverpackungen stellen dabei ein erhöhtes Gesundheitsrisiko dar.

Was macht denn das Plastik in den Bechern so giftig? Kaffee enthält mehr als 1000 Substanzen, von denen man bis heute noch nicht alle chemisch entschlüsselt hat.

  • Kohlenhydrate
  • Fettstoffe
  • Wasser
  • Eiweißstoffe
  • Säuren
  • Alkaloide (Koffein)
  • Mineralstoffe 
  • Aromastoffe (mit Dank an Kaffeeverband.de)

Die Kombination aus Hitze, Fetten und Säuren machen den Kaffee in Plastikbechern gefährlich, weil diese Kombination einzelne Bestandteile aus dem Plastik herauslösen kann.


Mit welchen Substanzen haben wir es im Einzelnen zu tun?
Da wäre das allseits bekannte Bisphenol A (siehe Artikel Gift aus der Flasche) das schon mehrfach als toxisch klassifiziert wurde. In Babyflaschen wurde es inzwischen verboten, aber leider nicht in den allseits beliebten Plastikbechern, die vor etwas mehr als einem Jahr enorm angesagt waren und die man in den morgendlichen Massenverkehrsmitteln in großen Mengen sehen kann.

Man kann in einzelnen Verpackungsmaterialien auch Weichmacher sowie Zinnorganische Verbindungen finden, die ebenso wie Bisphenol A im Verdacht stehen, Diabetes und Fettleibigkeit hervorzurufen.

Bisphenol A wirkt als künstliches weibliches Geschlechtshormon, die viel verwendeten Phtalat-Weichmacher sind durch ihre Fähigkeit bekannt geworden, die männlichen Sexualhormone zu hemmen. Die chemische Industrie produziert in Westeuropa jährlich rund eine Million Tonnen Phthalate. Die sind sicher irgendwo in Verwendung, nicht nur in Pappbechern, auch in Spielzeugen, Kabeln und sonstigen Kunststoffen.

Dann enthalten diese Becher auch noch perfluorierte Polymere, auf die man 2006 wegen der Funde dieser Substanzen im Trinkwasser aufmerksam wurde. Sie stehen im Verdacht, Leber-, Bauchspeicheldrüsen- und Leydigzelltumoren auszulösen.

Was tun?
Nun, man könnte natürlich eine Kaffeetasse aus nicht toxisch beschichtetem Keramik mit sich führen oder auf verglaste Thermoskännchen ausweichen. Die sind selten und teuer.
Oder sich für den Kaffee oder Espresso 5 Minuten Zeit nehmen, um ihn am Tresen zu trinken. Das fördert auch die Kommunikation mit anderen und ist somit ein kleiner Urlaub – gesünder natürlich sowieso.

Dieter Grabow


Quellen:
http://www.welt.de/gesundheit/article129646181/Coffee-to-go-Wenn-Gift-im-Pappbecher-steckt.html
Gift-aus-der-Flasche.php
http://www.bfr.bund.de/de/fragen_und_antworten_zu_phthalat_weichmachern-186796.html
http://www.kaffeeverband.de
http://www.augsburger-allgemeine.de/wissenschaft/Gift-im-Pappbecher-kann-den-Morgenkaffee-ruinieren-id30428122.html

 
 

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