Appendizitis

Seit 1889 McBurney die Möglichkeiten und Chancen der Appendektomie, also der Entfernung des entzündeten Blinddarmes erkannte, gehört dies Operation zum Standardrepertoire der Chirurgen.

Die englische BMJ Group stellte vor kurzem eine Analyse vor, in der 900 Probanden mit akuten Blinddarmsymptomen zur Hälfte antibiotisch behandelt und die andere Hälfte operiert wurde. Ist die Antibiotika-Behandlung bei Patienten mit einer Appendicitis der moderne Weg?
Auf den ersten Blick lesen sich die Erfolgsberichte der antibiotischen Behandlung sehr gut. Über 60% wurden mit dieser Behandlung ausgeheilt und mussten sich nicht dem Risiko einer Operation unterziehen. Dennoch gab es einige Patienten, bei denen die Antibiose zunächst angeschlagen hatte, aber die Erkrankung nicht ausheilen konnte. Diese relativ kleine Gruppe von 65 Patienten musste dennoch im Jahresverlauf operiert werden.
Nach Randomisierung der 4 vorliegenden Studien zeigte sich für die Antibiotikabehandlung eine signifikante relative Risikominderung von 39%. Damit wäre diese Therapie sicherlich eine Erwägung wert, denn auch bei der Gruppe der operierten Patienten gab es Rückfälle und andere Komplikationen.

Fazit:  Antibiotika sind sowohl effektiv als auch sicher als primäre Therapie für Patienten mit einer unkomplizierten akuten Appendizitis. Die antibiotische Erstbehandlung ist eine sinnvolle Überlegung als primäre Behandlungsoption für  die frühe unkomplizierte Blinddarmentzündung.

Dieses Papier wurde auf der wissenschaftlichen Jahrestagung der Gesellschaft für akademische und Forschung Chirurgie in Nottingham, UK, im Januar 2012 vorgestellt. Eine Zusammenfassung wird im British Journal of Surgery veröffentlicht.

Dieter Grabow                                     

 
 

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